Star Wars: Vergesst die Prequels nicht!

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Bild aus Star Wars: Episode III | Quelle: Film Frame / Disney

Nein, dies hier ist keine News-Meldung. Es handelt sich eher um ein Plädoyer und gleichzeitig einen Aufruf an die Verantwortlichen der Star Wars Lizenznehmer. Was meine ich damit? Klar, die Filme der Original-Trilogie („Eine neue Hoffnung“, „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“) sind die beliebtesten Star Wars Filme. Sie hatten Humor, waren damals unglaublich kreativ und haben – unter anderem durch eine revolutionäre technische Umsetzung – eine neue Ära des Science-Fiction Kinos eingeläutet. Auch ich mag diese Filme sehr gerne. Sie haben eigentlich absolut alles, was gute Unterhaltung ausmacht, unter anderem natürlich den grandiosen Soundtrack von John Williams.

Doch 1999 kam mit „Die dunkle Bedrohung“ ein neuer Star Wars Film raus, der eine neue Trilogie einläutete, die die Vorgeschichte der Original-Trilogie behandelt. Die Filme nehmen sich selbst etwas ernster, sind teilweise anders besetzt und legen mehr Fokus auf Action-geladene Lichtschwertkämpfe. Die Fans nahmen „Die dunkle Bedrohung“ nicht gerade gut auf. Viele bemängelten die Veränderungen, bezichtigten George Lucas, er sei ein schlechter Regisseur. Das änderte sich auch mit Episode II („Angriff der Klonkrieger“) nicht, ganz im Gegenteil: Mit Anakin Skywalker Darsteller Hayden Christensen haben Fans einen Schauspieler gefunden, den sie teils als alleinigen Grund für die Schlechtheit der Prequels sehen. 2005 folgte Episode III, der krönende Abschluss der Prequel-Trilogie.

Bild aus Star Wars: Episode II / Quelle: Film Frame / Disney
Bild aus Star Wars: Episode II | Quelle: Film Frame / Disney

Und was denke ich dazu? Den Kult der ersten drei Star Wars Filme haben die Prequels nie erreichen können. Dennoch brachten sie viele Neuerungen mit sich, die ich mir aus dem Star Wars Universum nicht mehr weg denken kann: Schnellere, längere und aufwändigere Lichtschwertkämpfe, den grandiosen Charakter Obi-Wan Kenobi, die Klonkriege, den von Ian McDiarmid grandios verkörperten Palpatine, einige legendäre Soundtracks wie „Duel of the Fates“ oder „Battle of the Heroes“ und den kämpfenden Yoda, der eher einem Flummi ähnelt. Und auch die technische Umsetzung der Prequels mochte ich, obwohl nahezu ausschließlich vor dem Greenscreen gedreht wurde, was viele auf Grund der dadurch geringeren Authentizität des Screenplays bemängeln. Und, ganz wichtig: Der Jedi-Orden. Ich finde der Orden mit seinem Tempel ist vorzüglich erdacht und spannend umgesetzt. Hätten wir ohne diese Idee solch grandiose Charaktere wie Mace Windu zu Gesicht bekommen?

Worauf möchte ich nun also hinaus? Ich finde, das „zusätzliche“ Universum, das George Lucas mit den Prequels geschaffen hat, ist unglaublich interessant und sollte in Büchern, Hörspielen, Videospielen und Spin-Off-Filmen unbedingt gründlicher beleuchtet werden. Disney konzentriert sich derzeit leider zu sehr darauf, die laut schreienden Prequel-Hasser zufrieden zu stellen, indem „Das Erwachen der Macht“ möglichst alle Aspekte der Prequels ignoriert, eigentlich ausschließlich Bücher und Hörspiele in der Zeit der Original-Trilogie erscheinen, mit „Star Wars Battlefront“ ein vielleicht allgemein nicht gerade gutes Spiel veröffentlichen, was auch ausschließlich die Original-Trilogie behandelt und der erste und wohl auch der zweite Anthology-Film in dieser Zeitspanne spielt.

Die Prequels haben so unglaublich viele Story-Stränge, Charaktere, Planeten und Rätsel, an die man in anderen Veröffentlichungen anknüpfen konnte. Denken wir doch mal an die erfolgreiche TV-Serie „The Clone Wars“, absolut grandiose Hörspiele wie „Labyrinth des Bösen“, Spiele wie das originale „Battlefront“ oder „Jedi Academy“: All diese Dinge spielen nicht während der Original-Trilogie, und sind dennoch erfolgreich geworden.

Bild aus Star Wars: Episode III | Quelle: Film Frame / Disney

Also, liebe Leute bei Disney, liebe Leute bei EA, liebe Star Wars Autoren und Verlage, liebe Hörspiel-Studios: Nutzt doch die Möglichkeiten, die euch durch die Prequels aufgetan wurden und füllt die Lücken mit Geschichten, erfindet neue Charaktere, entwickelt neue Serien und lasst diese, in letzter Zeit leider ein wenig in Vergessenheit geratene Zeitspanne im Star Wars Universum, wieder aufleben. Es ist so viel Platz für neue Stories, also hört doch nicht nur auf die laut schreienden Prequel-Hasser, die sich nicht damit abfinden wollen, dass auch die Episoden I-III gute Aspekte vorweisen können, und auf dem Standpunkt stehen, dass früher doch alles besser war.

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Über Benjamin Kalt 18 Artikel
Hallo! Mein Name ist Benjamin und ich bin Administrator und Redakteur auf "All Your Entertainment". Filme, Videospiele und Literatur sind meine Leidenschaft, und neben den News, die ich hier präsentiere, finden sich auch Rezensionen zu diesen Medien auf meiner Homepage.

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